21.11.2017
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25.09.2015

Nationalparkprogramm der ehemaligen DDR wurde 25



Berlin (tour's / Str.-Hl.) : - 2015 gibt es auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 16 Nationalparks. Sie sollen wenigstens kleine Teile der sehr unterschiedlichen Landschaften mit wertvoller Flora und Fauna erhalten. Fünf auf ostdeutschem Gebiet begehen ein Jubiläum.

Vor 25 Jahre, am 3. Oktober 1990, hatte die untergehende DDR dem wieder vereinigten Deutschland ein besonderes Geschenk gemacht: ein europaweit einmaliges Nationalparkprogramm, das 14 der schönsten ostdeutschen Landschaften mit einem Mal vor dem Zugriff einer ungebremsten Marktwirtschaft sicherte: Zum „Tafelsilber der Deutschen Einheit", so von Bundesumweltminister Klaus Töpfer dann bezeichnet, gehören die heute bekannten und geliebten fünf Nationalparke Jasmund, Vorpommersche Boddenlandschaft, Müritz, Harz und Sächsische Schweiz. Erste konkrete Initiativen für die Schaffung von großflächigen Naturschutzgebieten bzw. Nationalparks auf dem Gebiet der DDR entstanden während der Umbruchszeit 1989/90. Im Januar 1990 wurde in der Regierung Modrow der Naturschutz in das bestehende Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft eingegliedert und Prof. Dr. Michael Succow zum stellvertretenden Minister berufen. Dieser stellt Anfang Februar 1990 am Zentralen Runden Tisch in Ost-Berlin ein erstes Nationalparkprogramm vor, das überaus positiv aufgenommen und der Regierung Modrow zur Umsetzung empfohlen wird. Am 12. September 1990 beschloss die DDR-Regierung 4,5 Prozent ihres Territoriums unter einen besonderen Schutz zu stellen: fünf Nationalparks, sechs Biosphärenreservate sowie drei Naturparks zwischen Ostsee und Thüringer Wald. Viele dieser Schutzgebiete waren zuvor Truppenübungsplätze, Staatsjagden oder lagen im Grenzgebiet.

Mit einem Festakt ist das 25-jährige Jubiläum des Nationalparkprogramms der DDR in Berlin gefeiert worden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks würdigte am 12. September die Verdienste der Begründer. Ihnen sei es 1990 gelungen, den Schutz von 14 großen Naturlandschaften auf dem Gebiet der damaligen DDR in den Einigungsvertrag aufzunehmen, sagte die SPD-Politikerin. Zu den geladenen Gästen der Feier im Naturkundemuseum gehörte auch einer der Initiatoren des Programms, der ehemalige stellvertretende Umweltminister der DDR Michael Succow.

«Auf einen Schlag und sprichwörtlich in letzter Minute wurde die historische Chance genutzt, den Grundstein für ein System von Großschutzgebieten im wiedervereinten Deutschland zu legen», sagte Hendricks.

Viele der ausgewiesenen Schutzflächen vergrößerten sich im Laufe der Jahre. Alle Bundesländer hätten das Programm weitergeführt und um Flächen erweitert, sagte Initiator Professor Succow der Deutschen Presse-Agentur. In Brandenburg seien heute 34 Prozent der Landesfläche Schutzgebiete, in Mecklenburg-Vorpommern 24 Prozent. Und der Nationalpark Harz in Sachsen-Anhalt fusionierte 2006 mit dem 1994 in Niedersachsen eingerichteten Nationalpark Harz. Damit entstand vor bald zehn Jahren der neue Nationalpark Harz mit rund 25.000 Hektar - das sind rund zehn Prozent der Gesamtfläche des Harzes. Die Großschutzgebiete gelten heute als das Rückgrat für den Naturtourismus. Inzwischen gibt es bundesweit 136 Naturschutzgebiete, die unter der gemeinsamen Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ zusammengefasst sind.

EUROPARC Deutschland, der Dachverband der deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks und Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“, stellte gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt zum Jubiläum ein neues Portal vor: www.wissen-nationalpark.de vermittelt leicht zugängliche und verständliche Informationen zu wichtigen Nationalpark-Themen wie Nutzung, Wildnis oder Tourismus. Auch das tour´s-Magazin berichtete wiederholt aus diesen Naturlandschaften und wird das Thema in der nächsten Ausgabe wieder aufnehmen.



 

 


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