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14.11.2013
Zukunft Meer. Eine Veranstaltung zur Meerespolitik in Schleswig-Holstein



Berlin ( tour's / Str.-Hl. ) - Bis zum Jahr 2015 will sich Schleswig-Holstein zu einer „Europäischen Maritimen Modellregion" entwickeln. Ein anspruchsvolles Vorhaben auf der Basis der von der Landesregierung bereits 2004 ins Leben gerufenen Landesinitiative „Zukunft Meer“, deren vorrangiges Ziel es ist, die maritime Wissenschaft und Wirtschaft in Schleswig-Holstein weiter auszubauen und zu einem internationalen Markenzeichen zu machen.

Als Bundesland zwischen den Meeren versteht man die Meerespolitik als ein zentrales Politikfeld, denn Nord- und Ostsee prägen im wesentlichen Maße Lebensqualität und wirtschaftliche Existenz von Schleswig-Holstein.

Die Berliner Landesvertretung hatte am 12 November 2013 zu „Zukunft Meer“ geladen und ließ namhafte Wissenschaftler und Politiker davon berichten, was in Schleswig-Holstein getan wird oder dringend getan werden muss, damit wir alle auch in Zukunft von und mit den Meeren leben können.

Einleitend umriss der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins Torsten Albig die Grundzüge die Meerespolitik seines Landes mit Wirkung und des Aktionsplanes, wobei er auf die Zusammenarbeit mit Niedersachsen hinwies, da ein Land dies nicht allein könne und von der Politik einforderte; Visionen zu entwickeln. Hauptredner des Abends war Professor Dr. Peter Herzig, Direktor des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung, und Maritimer Koordinator des Landes Schleswig-Holstein. Etwa 750 Mitarbeiter hat das Kieler Institut, davon 400 Wissenschaftler, und ist eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre. Mit dieser Bandbreite deckt das GEOMAR ein in Deutschland einzigartiges Spektrum ab. Und mit einem riesigen Aufgabenfeld, sind doch, wie Professor Herzig ausführte, bisher nur fünf bis zehn Prozent der Meere und Ozeane erforscht. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum verfügt über eine Reihe moderner, global operierender Forschungsschiffe und Großgeräte für die Unterwassererforschung der Tiefsee. Zur Ansicht mit nach Berlin gebracht hatten die GEOMAR-Wissenschaftler JAGO, das einzige bemannte deutsche Forschungstauchboot, das zur Erforschung des Meeresbodens bis zu einer Tiefe von 400 Metern eingesetzt werden kann.

Mit einem sehr viel kleineren Objekt, der Nachbildung eines Austernfischers in Plüsch, präsentierte sich der Nationalpark Wattenmeer auf der Veranstaltung. Der schwarz-weiße Vogel mit leuchtend-rotem Schnabel und ebensolchen Beinen ist aus dem Wattenmeer der Nordseeküste nicht wegzudenken und Symbol des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der 1985 gegründet wurde. Nicht ohne anfängliche Bedenken und Widerstände der Bevölkerung, wie Dr. Christiane Gätje ausführte. In den letzten zwölf Jahre habe sich die Akzeptanz durch die Bewohner der Region jedoch wesentlich verbessert. Dazu habe natürlich auch das Weltnaturerbe-Prädikat der UNESCO beigetragen, das dem einzigartigen Naturraum Wattenmeer 2009 verliehen wurde.

Der Nationalpark ist einer von 14 in Deutschland, der größte zwischen dem Nordkap und Sizilien, und erstreckt sich zwischen der Elbmündung im Süden und der dänischen Grenze im Norden. Die Inseln Sylt, Amrum, Föhr und Pellworm sowie die fünf größeren und bewohnten Halligen gehören nicht dazu. Zwei Millionen Urlaubsgäste und 15 Millionen Tagesausflügler besuchen die schleswig-holsteinische Westküste jährlich. Das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning bekommt demnächst eine neue Dauerausstellung. Die Ausstellung zum Wattenmeer wird zurzeit modernisiert und neu gestaltet und soll im Frühjahr 2014 wiedereröffnen.





 

 


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