24.11.2017
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23.04.2014
Gäste aus dem Hunsrück „kiebitzen“ im Müritz-Nationalpark
HohenzieritzRanger Ralf Werner erläutert an der Info-Tafel
Foto: Nationalparkamt Müritz
HohenzieritzRanger Ralf Werner erläutert an der Info-Tafel
Foto: Nationalparkamt Müritz



Hohenzieritz ( tour's / PI - R. Wittchow) Wie bereitet man eigentlich die „Geburt“ eines Nationalparks vor? Welche „Kinderkrankheiten“ können dabei auftreten? Wie löst man Konflikte, wenn das Schutzgebiet in die „Pubertät“ gekommen ist? Und wie plant man danach die weitere Entwicklung im Zusammenleben von Mensch und Natur?

Antworten auf diese Fragen wollte am Ostermontag eine kleine Delegation aus dem Hunsrück bei einem Besuch im Müritz-Nationalpark bekommen. Der aktuelle Anlass für die fast 1.000 Kilometer lange Anreise: Die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland hatten kurz vor Ostern ein Gesetzesverfahren auf den Weg gebracht. Das Ziel: die länderübergreifende Errichtung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Auf rund 10.000 Hektar soll damit ein Rückzugs- und Lebensraum auch für seltene und gefährdete Tierarten geschaffen werden wie Wildkatze, Schwarzstorch oder Fledermäuse. Wenn alles wie geplant verläuft, kann das Schutzgebiet zum 1. Januar 2015 als Nationalpark ausgewiesen werden.

„Schon seit längerem gibt es freilich bei uns teilweise heftige Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern“, berichtete Tom Sessa, der Leiter der fünfköpfigen Delegation aus der Verwaltungsgemeinde Birkenfeld. Dort ist der Diplom-Sozialpädagoge für die offene Jugendarbeit zuständig. Mit vier jugendlichen Helfern war er in den Müritz-Nationalpark angereist, um auch eine spätere längere Bildungsreise für rund 25 Teilnehmer vorzubereiten.

Ranger Torsten Gnade erläuterte den Gästen zunächst in der Nationalpark-Information Blankenförde, wie in den Entwicklungszonen die Belange der Forstwirtschaft mit den Schutzzielen der Nationalpark-Verordnung möglichst konfliktarm in Einklang gebracht werden.

Um die Renaturierung von Moorlandschaften und den Schutz der Rohrdommel ging es anschließend bei einem Ausflug zum Zotzensee. Andreas Landau, der seit 1995 einen Kanu- und Fahrradverleih sowie eine kleinen Zeltplatz mit Imbiss im Nationalparkdorf Granzin betreibt, schilderte dann den Gästen, wie ideenreich man in der Hauptsaison als touristisches Unternehmen agieren muss, um für die besucherarme Winterzeit vorzusorgen.

Ranger Ralf Werner demonstrierte am Bespiel des benachbarten ehemaligen Truppenübungsplatzes, wie sich die Natur Stück für Stück wieder ihr beruhigtes Revier zurück erobert. Zum Abschluss standen noch ein Besuch der Fischadler-Beobachtungsstation in Federow sowie der Nationalpark-Werkstatt in Schwarzenhof auf dem Programm.

„Wir reisen mit vielen tollen Eindrücken wieder heim“, resümierte am Ende Delegationsleiter Tom Sessa. „Besonders beeindruckt hat uns, wie die zahlreichen Unternehmen in der Region als ausgewiesene Partner des Nationalparks kooperieren und dabei neben ihrem eigenen Nutzen auch die Schutzziele im Kontakt mit ihren Kunden und Gästen verwirklichen helfen.“





 

 


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