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24.02.2015
And the Oscar goes – to Görliwood



Görlitz ( tour's / Str.-Hl.) - Vier Oscars gingen im Februar 2015 an die deutsch-britische Produktion „The Grand Budapest Hotel". Zwar gewann die skurrile Komödie nicht in den Hauptkategorien, doch unter anderem in der Kategorie „Bestes Szenenbild“. Und da kommt die Europastadt Görlitz an der Neiße ins Spiel, denn „ The Grand Budapest Hotel“ wurde hier gedreht. Regisseur Wes Anderson hatte Anfang 2013 wochenlang für seine Dreharbeiten mit internationalen Stars wie Ralph Fiennes, Jude Law, Adrien Brody und Jeff Goldblum das elegante Jugendstilkaufhaus der Stadt gewählt. Der dreigeschossige Lichthof mit freitragender Treppe und umlaufenden Galerien, voller Jugendstilornamentik und gekrönt von einer glamourösen farbigen Glaskuppel des über 100jährigen Baus am Demianiplatz lieferte die passenden Grand-Hotel-Kulissen. Weitere Auszeichnungen dieses Films mit dem Golden Globe und dem Silbernen Bären mehrten auch den internationalen Filmruhm der östlichsten Stadt Deutschlands, die sich 2013 den neuen Zweitnamen patentieren ließ und sich jetzt bescheiden auch „Görliwood“ nennen darf. Filme wie „In 80 Tagen um die Welt“, „Der Vorleser“, „Inglourious Basterds“, „The Monuments Men“, „Der Turm“ und „Goethe“ und andere kamen in jüngerer Zeit hinzu. Auch schon zu DDR-Zeiten war Görlitz beliebte Filmkulisse.

Hauptgrund ist die einzigartige Altstadtarchitektur der 56 000-Einwohner-Stadt, die Locationscouts und Regisseure aus aller Welt an die Neiße lockt. Als größtes Flächendenkmal und im Zweiten Weltkrieg kaum beschädigt, ist sie heute mit etwa 4 000 restaurierten Baudenkmälern aus Spätgotik, Renaissance, Barock, Jugendstil und Gründerzeit ein faszinierendes architektonisches Gesamtkunstwerk.

Die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH will dieses Potenzial künftig noch stärker nutzen und auch gezielt die Aufmerksamkeit der Modebranche auf sich ziehen, die ständig auf der Suche nach einzigartigen Shooting-Locations und individuellen Motiven ist. Diese sind in Görlitz problemlos und in großer Zahl zu finden. In diesem Zusammenhang präsentierte sich die Stadt erstmalig auf der Fashion Week in Berlin als „Location for Film and Fashion Industry".

Ob für künftige Aufnahmen das Jugendstilkaufhaus noch zur Verfügung stehen kann, ist eher fraglich. Denn das soll spätestens im Jahr 2016 Schlagzeilen seiner eigentlichen Bestimmung entsprechend als „KaDeO“ – Kaufhaus der Oberlausitz – machen. Eine umfangreiche Restaurierung und Modernisierung des denkmalgeschützten Baus steht an.

Doch nicht nur Locationscouts kommen in Görlitz auf ihre Kosten. Vor allem ist die kleine Stadt mit ihrer großartigen Architektur, schönen Hotels, einladenden Geschäften und vielen stilvollen und gemütlichen Cafés und Restaurants ein Besuchermagnet, der sich dank seiner Gastfreundlichkeit wachsender Beliebtheit erfreut. Auch in diesem Vorfrühling ist wie alljährlich seit 1995 das „Wunder von Görlitz“ geschehen. Erneut erhielt die Stadt eine Million D-Mark, eine gute halbe Million Euro, als Spende von einem Anonymus. Das Rätsel um den Spender darf nicht gelöst werden. Die Altstadtstiftung verwaltet das Geld und vergibt es an Bauherren und Institutionen für Maßnahmen der Denkmalpflege und weiteren Verschönerung der Stadt.





 

 


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