18.12.2017
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02.10.2017
Behrens-Jubiläumsfest mit Illumination und „Boxenstopp“

Berlin Treptow-Köpenick (tour's / Str.-Hl.)

- Ein Monument der deutschen Industriekultur wurde gerade 100 Jahre alt: Der Peter-Behrens-Bau in Schöneweide, einem Ortsteil von Berlin Treptow-Köpenick. Am 1.Oktober 1917 begann in der damals hochmodernen Automobilfabrik der AEG die Produktion. Unter dem Label „Nationale Automobilgesellschaft“ (NAG) wurden Luxuslimousinen, Lastwagen und Elektroautos produziert. Noch bis zum 15. Oktober präsentiert sich allabendlich diese „Industriekathedrale“ zwischen 19 und 23 Uhr im allerbesten Licht: Eine aufwendige 3D-Videoshow verzaubert das Gebäude mit dem imposanten Turm und macht dessen Geschichte auf neue Weise erlebbar. 1915, mitten im Krieg, ließ AEG-Gründer Emil Rathenau eine moderne Autofabrik an der Spree bauen, wo vor 100 Jahren die Serienproduktion der Marke „Nationale Automobil Gesellschaft – NAG“ begann. So ist in der Show am Turm die strahlende „Elektra“ zu sehen, „Göttin des Lichts“, das ehemalige Firmensignet der AEG. Das Unternehmen gründete seinen Erfolg einst auf die Einführung der Glühbirne in Deutschland. In den dreißiger Jahren zog die AEG-Fernmeldetochter Telefunken in die Stockwerksfabrik, später wurden hier vor allem Fernsehröhren hergestellt. In der DDR war der Betrieb als Fernsehwerk bekannt. Samsung übernahm nach der Wende, beendete die Produktion aber 2005. Seitdem haben sich viele kleinere Firmen in dem denkmalgeschützten Gebäude eingemietet.

Nicht nur dieser großartigen Bau des berühmten Architekten und ersten Industriedesigners Peter Behrens wird dabei zu einem abendlich festlich illuminierten Highlight. Als neuer Standort des erfolgreichen Festivals „BERLIN leuchtet“ wird die Industriekultur von Schöneweide attraktiv mit Licht inszeniert auch an Gebäuden wie der Hochschule für Technik und Wirtschaft, der First Sensor AG und des Kranhauscafés am Spreeufer. Noch die ersten zwei Wochen im Oktober ist der Peter-Behrens-Bau mit Ausstellungen, Vorträgen und Design-Präsentationen für das Publikum geöffnet. Außerdem werden Touren hoch hinauf auf den Turm angeboten, von wo sich eine spektakuläre Panoramasicht über die Stadt bietet.

Das 100. Jubiläum war zugleich Anlass für ein erstes großes Straßenfest entlang der Wilhelminenhofstraße, der Magistrale von Oberschöneweide. Am Sonntag, dem 1. Oktober, luden der Industriesalon Schöneweide und die Gewerbetreibenden entlang der über einen Kilometer langen Straße ein zu einem „Boxenstopp“, einem Fest der Mobilität. Auftakt war eine große Oldtimer- Parade, zu der auch Heidi Hetzer mit ihrem Opel aus dem Jahr 1911 gekommen war. Die wertvollen und schönen alten Automobile wurden zusammen mit den neuesten Elektroautos anschließend ausführlich auf der Bühne vor dem Behrensbau vorgestellt. Genauso ein Hingucker die historische Straßenbahn aus der Gründerzeit der Autofabrik, die gemächlich zwischen dem Bahnhof Schöneweide und der Haltestelle FEZ an der Wuhlheide pendelte und den Passagieransturm kaum bewältigen konnte. Sehr viele Läden und Ateliers an der Wilhelminenhofstraße, gekennzeichnet mit bemalten Ölfässern, Boxenstopp-Fähnchen und bunten Ballons, waren mit viel Engagement und Kreativität dabei. Auch wenn sich das Wetter an diesem Sonntag eher grau zeigte, die vielen bunten und kreativen Ideen und Einladungen zu vielfältigen Mitmachaktionen oder Speis und Trank machten einem großen Publikum wie den Beteiligten gute Laune mit der Hoffnung auf eine Wiederholung eines schönen Straßenfestes im nächsten Jahr.



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