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23.08.2013

Tourimusbranche mit positiver Zwischenbilanz/Jahresziel von 28 Millionen Übernachtungen in Reichweite

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Rostock (tour´s / MTV)

Trotz eines teils schwierigen zweiten Quartals kann die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns ein überraschend positives erstes Halbjahr mit dem drittbesten Ergebnis seit 1990 bilanzieren. Noch besser lief es in den Sommermonaten im Juli und August, die in allen Tourismusbereichen und Regionen mehrheitlich als erfolgreich bewertet werden.

Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden von Januar bis Juni dieses Jahres zwischen Ostsee und Seenplatte 10,7 Millionen Übernachtungen von 2,9 Millionen Gästen gezählt. Damit schneidet das Urlaubsland MV im Gesamtergebnis des ersten Halbjahres nur unwesentlich schlechter als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 ab, für das die Statistik 10,85 Millionen Übernachtungen auswies. Im Einzelnen betragen die Rückgänge gegenüber dem bisherigen Rekordwert des Vorjahres 2,1 Prozent bei den Übernachtungen und 1,6 Prozent bei den Ankünften. „Die erste Hälfte des Jahres verlief ordentlich, mit leichten wetterbedingten Dellen im April und Juni. Diese werden durch die heißen Sommermonate sicherlich in der Gesamtbilanz wieder ausgeglichen. Ich bleibe optimistisch, dass wir die angepeilten 28 Millionen Übernachtungen am Jahresende erreichen“, sagte Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus des Landes, anlässlich der Saisonbilanz im Ostseebad Heiligendamm.

Mehr als zehn Millionen Übernachtungen werden in der Auswertung auch für die beiden Monate Juli und August erwartet – im kühlen Sommer 2012 wurden 9,8 Millionen erreicht. Hinzu kommt eine vielerorts hohe Frequenz an Tagesgästen, die das Geschäft belebten. Eine aktuelle Umfrage des Landestourismusverbandes unter 330 Hotels, Pensionen, Ferienwohnungsanlagen und Campingplätzen bestätigt den Eindruck einer sehr guten Hauptsaison. Rund 40 Prozent der Befragten konstatierten eine höhere Auslastung als im Vorjahressommer. Weitere 40 Prozent gaben an, ähnlich gut wie in der Hauptsaison 2012 gebucht gewesen zu sein. Die durchschnittliche Auslastung aller Betriebe im Land lag diesen Sommer bei ca. 80 Prozent, wobei es insbesondere zwischen Mitte Juli und Anfang August flächendeckend viele ausgebuchte Quartiere gab. Vier von fünf Befragten gaben überdies an, dass das Sommerwetter die Buchungen positiv beeinflusst hat; im Schnitt kamen dadurch ca. 20 Prozent mehr Gäste als nach den Vorbuchungsständen zu erwarten waren. „Mecklenburg-Vorpommern hat seine Position als führendes Sommerreiseziel der Deutschen in diesem Jahr untermauert und zugleich im Wettbewerb mit südeuropäischen Reiseregionen unterstrichen, dass Norddeutschland ein hervorragendes Sommerreiseziel ist“, erklärte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und des Landestourismusverbandes. Die Verluste aus dem kühlen und zum Teil von Hochwasser geprägten zweiten Quartal dieses Jahres hätten im Sommer aufgefangen werden können. Zurückzuführen sei dies zum einen auf die gute Saisonvorbereitung der Branche hinsichtlich Angebotsqualität, Personalausstattung und Vermarktung, zum anderen auf die vorteilhafte Witterungssituation sowie nicht zuletzt auf die Länge der Sommerferien in Deutschland in diesem Jahr, die sich über einen Zeitraum von 85 Tagen erstreckten.

„Vorteilhaft für die Branche war sicher auch die Verteilung, nach der zunächst die norddeutschen dann die ost- und mittel- und schließlich die süddeutschen Bundesländer in die Sommerferien starteten“, so Sylvia Bretschneider. Sie wies auf die erschwerte Situation im kommenden Jahr hin, in der der so genannte Sommerferienkorridor auf 71 Tage schmilzt. Bretschneider: „Jeder Tag weniger Ferien bedeutet für die Branche im Nordosten mindestens drei Millionen Euro entgangener Umsätze und eine stärkere Belastung der Infrastruktur.“ Die Tourismusbranche werde weiter mit aller Kraft und guten Argumenten auf möglichst entzerrte Ferien hinwirken, betonte sie.

Wirtschafts- und Tourismusminister Glawe unterstrich den weiteren Qualitätszuwachs im Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: „Viele Unternehmen haben investiert und ihr Angebot verbessert. Hinzu kommen neue Hotels und Einrichtungen, die das Spektrum für Freizeit und Erholung mit einem definierten und passenden Angebot vergrößern und zur Saisonverlängerung beitragen.“ Beispielhaft erwähnte Glawe das Naturerbezentrum Rügen, das Kunstmuseum Ahrenshoop, die Sommerrodelbahn Bad Doberan, das a-ja-Resort in Rostock-Warnemünde, das Viverde-Hotel der TUI am Drewitzer See sowie das integrative Hotel Sportforum in Rostock. Ihre erste Saison erfolgreich bestritten hätten zudem das Darwineum im Rostocker Zoo oder das Phantechnikum in der Hansestadt Wismar.

Den Verlauf der Saison negativ beeinflusst hat die Hochwassersituation in vielen Regionen Deutschlands im Frühsommer dieses Jahres. In der Umfrage des Tourismusverbandes gaben überraschend viele der Unternehmer an, dass sie mit Stornierungen zu kämpfen hatten: 40 Prozent in geringem Umfang, allerdings auch sieben Prozent in stärkerem Maße. Die negative Wirkung der Flut auf die Gästenachfrage ging demnach deutlich über die Zahl der an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern direkt Betroffenen hinaus. „Dies ist zu erklären, weil Menschen aus den betroffenen Gebieten Mittel- und Süddeutschlands weniger reisten und weil die Betroffenheit bestimmter Urlaubsregionen wie Mecklenburg-Vorpommern offenbar überschätzt wurde“, erklärte Verbandspräsidentin Bretschneider.

Erfreulich im bisherigen Jahresverlauf ist erneut die Entwicklung von Gästen aus dem Ausland. Nach einem Übernachtungswachstum von 15,5 Prozent im Jahr 2012, wurden auch im ersten Halbjahr 2013 wieder mehr Übernachtungen ausländischer Gäste gezählt. Die Zahl stieg in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf knapp 335.000 Übernachtungen. Das Quartett aus den Niederlanden, Schweden, Dänemark und der Schweiz liegt in diesem Bereich weiter vorn. Die stärksten Zuwächse kamen auf teils deutlich geringerem Niveau aus Polen, Belgien, Russland und Luxemburg. Ob das formulierte Zwischenziel von einer Million Übernachtungen internationaler Gäste bereits in diesem Jahr erreicht werden kann, ist erst nach Veröffentlichung der amtlichen Statistik für die Sommermonate seriös einzuschätzen. Für das vergangene Jahr wies das Statistische Amt den seit 1990 höchsten Wert von knapp 918.000 Übernachtungen aus.

Von der positiven Witterung in weiten Teilen des Sommers profitiert hat erwartungsgemäß der Campingbereich. Es ist davon auszugehen, dass die im ersten Halbjahr verbuchten Rückgänge von 6,3 Prozent bei den Übernachtungen und 4,4 Prozent bei den Ankünften im Juli und August ausgeglichen werden konnten, sodass zum Jahresende ein leicht positives Gesamtergebnis stehen kann.

Mit hochwertigen Programmen haben in diesem Jahr erneut auch die Musik- und Theater-Open-Airs sowie viele Museen und Freizeiteinrichtungen überzeugt. Die Störtebeker-Festspiele auf Rügen verzeichnen 2013 wiederum einen großen Publikumszuspruch. Die Festspiele MV vermeldeten schon zur Halbzeit der Saison mehr als 53.000 Besucher. Auch die Schlossfestspiele Schwerin oder die Schlossgartenfestspiele in Neustrelitz waren mit den Besucherzahlen im Wesentlichen zufrieden. Wahren Publikumsstürmen waren in diesem Jahr die Hanse Sail in Rostock oder das Kleine Fest im großen Park in Ludwigslust ausgesetzt.

Eine mehrheitlich sehr gute Sommerbilanz nach einem ebenfalls schwierigen Saisonstart im Frühjahr ziehen die wassertouristischen Anbieter im Land. So berichten Hausboot- und Motoryachtanbieter von einer sehr guten Buchungslage im Juli und August, die auch durch die ausgeweitete Grenze für das führerscheinfreie Fahren auf 15 PS begünstigt wurde. Zunehmend werden die Boote auch von Urlaubern aus der Schweiz oder aus Österreich gechartert. Auch Kanutourismus war erneut sehr gefragt, eigenen Angaben zufolge agierten die Anbieter zeitweise „an der Grenze der Leistungskraft“. Positiver als im Vorjahr fällt überdies das Saisonfazit der Betreiber von Fahrgastschiffen aus, die mehrheitlich von guten bis sehr guten Geschäften sprechen. Einige Probleme bereitete den wassertouristischen Anbietern der auch Schleusen in Mecklenburg-Vorpommern betreffende Mitarbeiterstreik.

Alle Reiseregionen Mecklenburg-Vorpommerns haben in den Sommermonaten eine verstärkte Nachfrage von Kurzentschlossenen und Tagesbesuchern erfahren. Dies ergab eine separate Befragung durch den Landestourismusverband. Es ist daher davon auszugehen, dass auch jene Regionen, die nach Abrechnung des ersten halben Jahres im Minus gegenüber dem Vorjahr liegen, ihre Bilanz aufbessern bzw. ins Positive wenden können. Zwischen Januar und Juni wurden auf Rügen 3,7 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr gezählt, in der Mecklenburgischen Schweiz und der Seenplatte waren es 4,4 Prozent weniger, in Vorpommern mit Usedom und Fischland-Darß-Zingst 2,3 Prozent weniger. Dagegen lagen beispielsweise die Mecklenburgische Ostseeküste oder die Hansestadt Rostock auch zum Halbjahr bereits im Plus – mit 2,2 Prozent bzw. 6,5 Prozent mehr Übernachtungen.

Branche vor Herausforderungen – einheitlicher Auftritt nach außen macht stark

Sylvia Bretschneider betonte, dass die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Jahren vor vielfältigen Herausforderungen und in einem starken Wettbewerb stehe. „Um neue Gäste zu gewinnen, zählt in vielen Regionen Süd- und Westdeutschlands, Österreichs oder der Schweiz nur ein gebündelter Auftritt. Dabei hilft uns die vor einem Jahr präsentierte und in vielen Regionen akzeptierte einheitliche Kommunikationsstrategie für das Urlaubsland“, sagte sie. Zum Konzept gehört auch eine neue Internetseite des Tourismusverbandes, die Ende September an den Start gehen und in einer neuen Qualität mit den Web-Seiten der Urlaubsregionen verbunden werden soll. Die touristische Nachfrage im Herbst soll darüber hinaus durch eine Reihe kultureller und kulinarischer Veranstaltungen angekurbelt werden. Am 5. September ist durch die landesweite Initiative „Natürlich romantisch“ der Start in ein Themenjahr der Romantik geplant, das bis zum 240. Geburtstag Caspar David Friedrichs im Jahr 2014 läuft und MV als bedeutendes Zentrum der Romantik zeigen soll. Ebenfalls im September wird in vielen Regionen der „Schlösserherbst“ (www.auf-nach-mv.de/schloesserherbst) mit zahlreichen Veranstaltungen ausgerufen. Und auch die beliebten 59- bzw. 69-Euro-Übernachtungsangebote erleben eine Neuauflage und werden erstmalig auch im skandinavischen Markt vertrieben.

 

 


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