24.09.2017
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30.03.2015

Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern sind wertschöpfend



Mecklenburg-Vorpommern (tour´s / Str.-Hl.) - Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern verfügt neben dem Müritz-Nationalpark mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und dem Nationalpark Jasmund gleich über drei großflächige Gebiete mit besonders wertvoller, ursprünglicher Naturlandschaft, die in großen Teilen vom Menschen nicht oder wenig beeinflusst sind. Alle drei – und weitere zwei in den neuen Bundesländern – verdanken ihre Entstehung dem Nationalparkprogramm der DDR mit ihrer Ausweisung zum 1. Oktober 1990. Der Prozess vollzog sich in den turbulenten Zeiten der politischen Wende. Die Hauptakteure bestanden in einer Arbeitsgruppe im Umweltministerium der letzten DDR-Regierung unter Michael Succow. Der damalige bundesdeutsche Umweltminister Klaus Töpfer bezeichnete die Naturschutzzonen als „Tafelsilber der deutschen Vereinigung“. Im Herbst dieses Jahres begehen sie, aus denen tour´s wiederholt berichtete und dies auch weiterhin tun wird, ihr 25. Jubiläum.

In Nationalparks soll sich die Natur frei entfalten und nach eigenen Gesetzen entwickeln. Etwa die Hälfte der Fläche des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft ist offene Ostsee, mehr als ein weiteres Viertel umfasst Teile der Darß-Zingster Boddenkette und der Westrügener Bodden und die Insel Hiddensee außerhalb der Ortschaften. Der Nationalpark Jasmund liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen, ist der kleinste, besonders attraktiv durch das Zusammentreffen der Kreidesteilküste, ausgedehnter Buchenwälder, Moore und Meer.

Die Ausweisung von Nationalparks ist in der Öffentlichkeit nicht unbestritten, verknüpft mit der Furcht vor wirtschaftlichen Einbußen. Die beiden Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund auf Rügen im Norden Mecklenburg-Vorpommerns, sind vor Kurzem auf ihre Wertschöpfung hin geprüft worden. Prof. Dr. Hubert Jop, Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Geografie und Regionalforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, untersuchte ein Jahr lang in einer Studie die beiden Parks daraufhin. Ergebnis der Untersuchung: Sie machen knapp 350 Millionen Euro Bruttoumsatz.

Rund fünf Millionen Besucher jährlich wurden im NP Vorpommersche Boddenlandschaft und NP Jasmund gezählt. Jeder dritte Besucher komme nicht, wie meist angenommen, vorrangig zum Baden und der langen Seebädertradition hierher, sondern zum Besuch der Schönheiten der Nationalparke. Eine beachtliche Leistung, so die Einschätzung des Würzburger Professors. Und für Gernot Haffner, Nationalparkchef, der Beweis, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. „Wir verzichten auf land- und forstwirtschaftliche Nutzung, auf die Jagd und die Rohrmahd und mehr, was oft so bewertet wird, dass die Ausweisung eines Nationalparks sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region auswirkt.“ Die Studie beweise hingegen, welche positive Effekte er hat. 25 000 Besucher wurden für die Studie im Zeitraum eines Jahres befragt zu Reisegründen und finanziellen Ausgaben. Besonders überraschendes Ergebnis der Studie: Nationalparkbesucher geben mehr Geld für Übernachtung und Verpflegung aus als andere Touristen in derselben Region.



 

 


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