24.09.2017
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09.04.2015

Gefährdung unvorsichtiger Touristen durch Abbrüche an Kreidekliffs



Sassnitz / Rügen (tour´s / Str.-Hl.) - In den ersten Apriltagen ist es an der Kreideküste des Nationalparks Jasmund mehrfach zu Unfällen durch Leichtsinnigkeit gekommen.

Die berühmten Rügener Kreidefelsen sind weich, feinstückig und zerrüttet, sodass die Naturelemente ein vergleichsweise leichtes Spiel haben. Nach den Unwettern und den starken Regenfällen der vergangenen Tage könne es leicht zu erneuten Abrutschungen kommen, warnen die Nationalpark-Mitarbeiter. Die Kreide saugt Regen und Quellwasser wie ein Schwamm auf, wird dadurch instabil und bildet dann eine schmierig-weiße und schwere Masse, die leicht abrutschen kann. Mangelnde Vorsicht hatte gleich mehrere Unfälle zur Folge: Eine Urlauberin hatte sich zu nah an die Kliffkante gewagt, war abgestürzt und konnte sich nur noch an einem Baum an der Steilküste festhalten. Allerdings ist auch bereits abgestürzte Kreide am Ufer gefährlich, weil sie teilweise sehr weich und morastig ist. So versuchte ein Strandspaziergänger, über eine frische Abbruchstelle zu steigen, und versank im weißen Schlamm. Während seine Frau bereits Feuerwehr und Polizei alarmierte, gelang es dem 28-Jährigen, sich selbst zu befreien. Kurz zuvor hatte die Freiwillige Feuerwehr eine 54-jährige Urlauberin per Hand aus dem Kreideschlick ausgraben müssen.

Dr. Ingolf Stodian von der Nationalparkleitung verwies im NDR-Nordmagazin wieder einmal auf die Risiken: „Der Strand ist ja grundsätzlich frei betretbar und zurzeit kann man auch bequem an der Wasserkante entlang laufen. Aber es gibt leider auch immer wieder einige Unbelehrbare, die dann versuchen müssen, die Kreideschuttkegel am Kliff zu erklettern, die manchmal sehr weich sind. Wenn man da einmal drinsteckt, kommt man nicht mehr heraus.“ Und was den Nationalparkleiter besonders verärgert: Auch die Retter müssen sich in Gefahr begeben „Es kann immer zu erneuten Abbrüchen kommen. Und wenn die Rettungskräfte so dicht am Kliff Verunglückte bergen müssen, arbeiten sie im unmittelbaren Gefahrenbereich, ist das auch für sie sehr gefährlich. Die Unvernunft ist also doppelt groß. Teuer sind solche Rettung auch. In Einzelfällen können solche Rettungseinsätze bis zu mehrere tausend Euro kosten, für die der Steuerzahler aufkommen muss.“

Jetzt zur Frühlingszeit, wo die Kreidefelsen besonders stark durchfeuchtet sind, mahnt das Nationalparkamt zu größter Vorsicht. Ein leichtsinniger Spaziergang kann Lebensgefahr bedeuten.



 

 


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