26.09.2017
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09.07.2015

Nationalparkplan: Von Wegen bis zum Schutz vor Borkenkäfern

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Schwarzwald (tour's / PI) : - Die Gebietsgliederung war der notwendige Startschuss für alles Weitere: Seit der Nationalparkrat im Februar dieses Jahres die erste Einteilung des Großschutzgebiets in drei Zonen beschlossen hat, nimmt der Nationalparkplan auf vielen Ebenen Gestalt an. „Die Gliederung des Gebiets ist unsere Basis – erst jetzt macht es Sinn, an anderen wichtigen Themen – vom Wegekonzept über das Waldmanagement bis zur Umweltbildung - konkret zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen“, erklärt Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl.

Der Nationalparkplan, der laut Gesetz bis 2018 stehen muss, ist so etwas wie das große Betriebshandbuch für den Nationalpark Schwarzwald. Hierin werden alle wichtigen Entscheidungen zu Gestalt, Aufgaben und Arbeit des Parks getroffen und die Weichen für die Zukunft gestellt. Die erste große Herausforderung ist dabei schon mal der richtige Fahrplan. „Viele der einzelnen Bausteine hängen natürlich voneinander ab und müssen trotzdem schon gleichzeitig bearbeitet werden, weil die Zeit bis 2018 knapp bemessen ist“, erläutert Britta Böhr, Leiterin des Fachbereichs Nationalparkplanung, Regionale Entwicklung & Tourismus, der das Großprojekt mit insgesamt 13 Themen-Modulen koordiniert.

„Klar war, dass gleich nach der Gebietsgliederung das Leitbild dran kommen musste, damit die einzelnen Arbeitsgruppen sich an gemeinsamen Zielen orientieren können“, sagt Nationalparkleiter Wolfgang Schlund. Die sechs zentralen Leitsätze des Leitbildes – vom Prozessschutz über die Verantwortung für benachbarte Wälder bis zur Einbindung in die Region – hat der Rat im April ebenfalls bereits verabschiedet. Und auch das Konzept fürs Borkenkäfermanagement steht bereits. „Unsere Arbeit hat ja ohnehin schon mit der Gründung des Nationalparks begonnen – die theoretische Ausarbeitung musste in diesem Fall naturgemäß parallel laufen“, sagt Matthias Schmitt vom Landesbetrieb ForstBW, der das Modul als Gemeinschaftsprojekt von Nationalparkverwaltung und ForstBW koordiniert hat.

Der größere Teil des 500 Meter breiten Pufferstreifens, der die benachbarten Wälder vor Borkenkäfern schützen soll, liegt im Bereich des angrenzenden Staatswaldes in den Landkreisen Freudenstadt, Ortenau und Rastatt sowie im Stadtwald Baden-Baden. Im gesamten Pufferstreifen, der rund um den Nationalpark läuft, gibt es intensive wöchentliche Kontrollen – „bisher ist die Situation – auch aufgrund der Wetterlage – recht entspannt“, informiert Jörg Ziegler, Leiter der Abteilung Wald und Naturschutz im Nationalpark. Kontrolliert wird mit moderner, GPS-gestützter Technik, die schnelle Informationen und ein rasches Reagieren auf Borkenkäferbefall ermöglicht.

Bei einer Führung am 9. Juli können sich die angrenzenden Waldbesitzer über das Konzept informieren und alle Fragen zum Thema loswerden. Der Rat wird voraussichtlich im September über die Vereinbarungen zum Borkenkäfermanagement entscheiden. „Das ist ja schon ein Thema, das sehr viel Fachwissen voraussetzt“, sagt Britta Böhr. „Trotzdem möchten wir gerne allen Interessierten die Möglichkeit geben, dieses Kapitel des Nationalparkplans kennenzulernen, im Oktober sind zwei öffentliche Führungen geplant.“

Die großen Themen Tourismus und Verkehr sind ebenfalls bereits in Arbeit – „beim Tourismus hat die Region die Hauptverantwortung übernommen, beim Verkehr werden die nächsten Schritte gerade abgestimmt“, informiert Britta Böhr. Spannend wird es demnächst auch beim Thema Wegekonzept. Die Rangerinnen und Ranger sind gerade dabei, alle Wege im Nationalparkgebiet zu kartieren: Zustand, Breite, Hindernisse und Sehenswürdigkeiten, alles wird genau erfasst. „Nächster Schritt ist dann die Beteiligung – und hier werden wir ähnlich wie schon bei der Gebietsgliederung mehrere Varianten anbieten“, verrät die Fachbereichsleiterin. Über die Pläne zur Zonierung hatten sich im Herbst vergangenen Jahres 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer allein bei speziellen Führungen informiert, zusammen mit Diskussionen in Gemeindevertretungen und einem Onlineforum gab es am Ende mehr als 70 konkrete Hinweise. „Das große Interesse und Engagement hat uns sehr gefreut, wir hoffen beim Wegekonzept auf eine mindestens ebenso rege Beteiligung“, sagt Britta Böhr.

Hintergrund
Nationalparkplan: Die insgesamt 13 Bausteine beschäftigen sich mit folgenden Themen: Leitbild, Tourismuskonzept, Verkehrskonzept, Borkenkäfermanagement, Wegekonzept, Kooperationen, Forschung und Dokumentation, Waldmanagement, Umweltbildung, Erholung und Gesundheit, Wildtiermanagement, Zonierung sowie Arten- und Biotopschutz.

Beteiligung: Für jedes Modul wird jeweils zu Beginn geklärt, wie die Region eingebunden und beteiligt werden kann – von Führungen über Vorträge bis zu Onlineforen. Die Mitbestimmung ist dabei dem Nationalparkrat vorbehalten, in dem das Ministerium, sowie alle angrenzenden Städte und Kreise und auch der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord vertreten sind.



 

 


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