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20.07.2015

Die Havel auf dem Weg zur ursprünglichen Vielfalt

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Berlin - Havelberg (tour's / PI) : - Seit dem 13. Juli 2015 hat das Natura 2000-Informationszentrum „Haus der Flüsse“ des Biosphärenreservats Mittelelbe am BUGA-Standort Hansestadt Havelberg seine Pforten geöffnet.

Mit anschaulichen Exponaten und interaktiven Stationen werden die Flusslandschaften Elbe und Havel mit ihren Natura-2000-Lebensräumen und -Arten dargestellt. Der NABU sorgte im Frühjahr 2014 in direkter Nachbarschaft für den Anschluss eines Altarms der Havel und ließ damit die historische Petroleuminsel wiederauferstehen. Auf ihr wurden früher die Petroleumvorräte gelagert, um die Stadt vor Brandkatastrophen zu schützen.

„Heute kann sich auf der 4000 Quadratmeter großen Insel wieder Auenwald entwickeln, wodurch sich viele Tier- und Pflanzenarten wieder ansiedeln werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der wiederangeschlossene Altarm ist nicht nur Lebensraum, sondern auch in das Ausstellungskonzept eingebunden. Über ihn führt ein Steg mit zehn Informationstafeln, die über die Flussaue und das NABU-Projekt informieren. „Die gute Zusammenarbeit mit den Partnern in Sachsen-Anhalt ermöglicht es, dass die größte europäische Flussrenaturierung vorangeht und nun die Bagger rollen“, so Miller.

Parallel zur Eröffnung des Hauses startete heute östlich von Kuhlhausen die aktive Bauphase im Renaturierungsprojekt des NABU auf einer Fläche von 430 Hektar. „Wir freuen uns, dass wir nun nach Jahren der Vorbereitung und Planung mit den praktischen Arbeiten beginnen können“, sagte NABU-Havelprojektleiter Rocco Buchta. Die Breite Dunau, ein System historischer Havelarme, werde dadurch künftig mitsamt ihrer großen Überflutungsflächen ganzjährig durchströmt. Weniger Ablagerungen führen zu besseren Bedingungen für aquatische Organismen. Wiesenbrüter profitieren ebenso von der Verbesserung ihres Lebensraumes wie die Bewohner des neu angelegten Auenwaldes.

„Der Rückbau von Verwallungen und die Absenkung von Dämmen bewirken eine durchgängige Verbindung von Fluss und Aue bei hohen Wasserständen. Außerdem erneuern wir die Querungsbauwerke, so dass mehr Wasser hindurchfließt und die ursprünglichen Lebensgemeinschaften des Fließgewässers zurückkehren können“, so Buchta.

Im Jahr 2005 hat der NABU das größte europäische Projekt zur Renaturierung eines Flusses gestartet. Auf etwa 90 Flusskilometern werden verschiedene Maßnahmen, darunter die Entfernung von steinernen Uferbefestigungen und -verwallungen, die Begründung von Auenwald sowie der Anschluss von Altarmen und Flutrinnen umgesetzt, um so große Flussabschnitte der Unteren Havel wieder zu ihrer ursprünglichen Vielfalt zurückzuführen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, der mit dem Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens bei der Eröffnung des „Hauses der Flüsse“ anwesend war, unterstrich: „Mit dem neuen Informations- und Bildungszentrum steht der Reservatsverwaltung ein Schmuckstück zur Verfügung, das ihre Arbeit wesentlich bereichern wird. Havelberg gewinnt dadurch innerhalb des Reservats erheblich an Bedeutung“.

Er freue sich, so Haseloff, dass das Zentrum auch den Besuchern der Bundesgartenschau zur Verfügung stehe. „Ich gebe allerdings zu, persönlich hätte ich mir gewünscht, dass das Haus der Flüsse mit dem Beginn der BUGA fertig gestellt worden wäre“, fügte der Ministerpräsident hinzu. „Trotzdem ist die Bauzeit von nur etwas mehr als einem Jahr für ein solches Projekt eine bemerkenswerte Leistung.“

Der Regierungschef erinnerte das Nationalparkprogramm der DDR von 1990, zu dem auch das Biosphärenreservat Mittelelbe gehörte. Zu Recht habe der damalige Bundesumweltminister Töpfer die Flächen des Programms als Tafelsilber der Wiedervereinigung bezeichnet. „Oft kommen Werte wie Umwelt und Natur zu kurz. Aber ohne diese Werte wäre unser menschliches Leben überhaupt nicht vorstellbar.“



 

 


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