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15.12.2015

Neuigkeiten aus Stralsunds Museen
Wikingergoldschatz erstmals im Original und Besucherzuwachs



Stralsund (tour's / Str.-Hl.) : - Am 11. Dezember eröffnete im STRALSUND MUSEUM im Katharinenkloster die Ausstellung „Wikingergold“. Zwei herausragende Exponate der Stralsunder Museumslandschaft, die Originale des Goldschmucks von Hiddensee und der Peenemünder Armringe, sind von nun an dauerhaft zu sehen. Die 1.000 Jahre alten Wikingerschätze befinden sich seit mehr als 100 Jahren im Besitz des bekannten Museums und gehören zu den herausragenden Bestandteilen der archäologischen Sammlung. Von Juni 2013 bis Januar 2015 waren sie Teil der internationalen Wanderausstellung „Die Wikinger“, die in Kopenhagen, London und Berlin gezeigt wurde. Die Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern hat die Realisierung von fünf weiteren neuen Ausstellungen ermöglicht. Davon sind vier im sanierten westlichen Bereich des Katharinenklosters fertiggestellt und wurden ebenfalls am 11. Dezember eröffnet. Sie präsentieren weitere Highlights des STRALSUND MUSEUM, u. a. Stralsunder Fayencen, umfangreiche Exponate zum Thema Stralsunder Handel und eine Auswahl aus den umfangreichen Beständen der Spielzeugsammlung. Etwa 1, 6 Millionen Euro kostet die Neugestaltung des ältesten Bürgermuseums Norddeutschlands. Im Zusammenhang mit der Neukonzeption der Ausstellungen erfolgte schon im Juni dieses Jahres die Entscheidung für eine Umbenennung des Kulturhistorischen Museums in STRALSUND MUSEUM.

Der Hiddenseer Goldschmuck ist das bekannteste und beliebteste der Exponate, ein knapp 600 Gramm schweres und aus 16 Teilen bestehendes Schmuckensemble aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Der Schmuckschatz aus der Wikingerzeit, nach seinem Fundort im Süden der kleinen Ostseeinsel Hiddensee benannt und nach zwei verheerenden Sturmhochwassern im Jahr 1872 und 1874 in mehreren Etappen geborgen, gelangte in das Museum der nahegelegenen Hansestadt unter dem ersten Direktor Dr. Rudolf Baier, der die einzeln angebotenen Stücke in den Jahren 1873 und 1874 für den Materialpreis ankaufte. Fund und Herkunft umgibt bis heute eine geheimnisvolle Aura. Schon früh wurde der dänische König Harald Blauzahn mit der Entstehung und dem Besitz des Schmuckes in Verbindung gebracht. Um 965 ließ er sich taufen und führte das Christentum in Dänemark ein, duldete das Heidentum aber weiterhin. Auffallend an den Schmuckstücken ist ein Nebeneinander von heidnischen und christlichen Symbolen.

Bislang war in der Stralsunder Ausstellung nur eine Replik des filigranen Schmuckes zu sehen, während das Original sicher im Tresor verwahrt wurde. Für die dauerhafte Präsentation des Wikingergoldes hat das Museum nun in die erforderliche Sicherheitstechnik investieren können und einen eigenen Museumsraum geschaffen, wo das Wikingergold eindrucksvoll inszeniert wird. Stolz zeigte Museumsdirektor Andreas Grüger den kostbaren Schmuck aus hochkarätigem Feingold letztmalig für das NDR-Fernsehen, bevor er zur Präsentation in einer Säule aus vierwandigem Panzerglas bestens gesichert einen noblen Platz fand. „Dass der Besucher den Wikingerschatz nun in seiner ganzen Pracht von allen Seiten rundum betrachten kann, ist einmalig und so noch nie dagewesen“, freut sich Dr. Grüger.

Den Grundstock für die großartige Sammlung von Kunstschätzen des Museums legte im 18. Jahrhundert der ehemalige Schwedische Generalgouverneur für Pommern, Axel Graf von Löwen. Eine Besonderheit der Löwenschen Sammlung stellt der umfangreiche Bestand an nautischen und astronomischen Instrumenten dar. Mit der Neukonzeption, dem echten Wikingergold und den drei Standorten – Katharinenkloster, Museumshaus in der Mönchstraße und Marinemuseum auf dem Dänholm – hofft das STRALSUND MUSEUM, die Besucherzahl auf über 100 000 pro Jahr steigern zu können.

Ein deutliches Besucherplus erwartet das Deutsche Meeresmuseum für 2015. Im Vergleich zum gesamten Vorjahr besuchten bis Ende November 2015 knapp 39 000 Gäste mehr die vier Standorte.

„Wir sind optimistisch, dass wir in diesem Jahr deutlich mehr Besucher als im Vorjahr begrüßen werden, auch wenn das Jahresende mit dem Weihnachtsgeschäft für die Gesamtbilanz noch abzuwarten ist“, sagte Museumsdirektor Dr. Harald Benke beim Jahrespressegespräch der Stiftung Deutsches Meeresmuseum am 10. Dezember. Als Gründe für die Steigerung der Besucherzahlen nannte Benke u. a. neue Attraktionen durch wechselnde Jahresthemen, zusätzliche Marketingmaßnahmen, zudem Wetterschwankungen im Juli und August und den Übernachtungsrekord 2015 im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Erstmals seit der Eröffnung des OZEANEUMs liegen die aktuellen Besucherzahlen für diese Einrichtung schon jetzt leicht über dem gesamten Vorjahr. 2014 besuchten 523 250 Einheimische und Touristen den modernen Museumsbau auf der Stralsunder Hafeninsel. „Expedition Tiefsee“ war das attraktive Jahresthema 2015 in Meeresmuseum und Ozeaneum. „Ab Ostern 2016 werden wir mit einem neuen Jahresthema starten und unsere Besucher in die Welt von Kraken und Konsorten einladen“, kündigte Benke an. Kopffüßer zählen zu den intelligentesten Tieren im Meer. In vergangenen Erdzeitaltern beherrschten sie die Ozeane. Das MEERESMUSEUM wird u. a. beeindruckende Fossilien längst ausgestorbener Urtintenfische und Ammoniten zeigen. Das OZEANEUM widmet sich den heute lebenden Kraken und Kalmaren und ihren besonderen Eigenschaften. Drei originalgetreue, jeweils 2,50 Meter lange Modelle von Humboldt-Kalmaren werden in die Halle „1:1 Riesen der Meere“ einziehen. In den Aquarien der beiden Museumsstandorte im Hafen und in der Altstadt sollen lebende Tiere zu betrachten sein.



 

 


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