21.11.2017
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22.02.2016

Von Mooren, Quellen und Riesensteinen

BerlinBuchtitel
Bild: Steffen Verlag Berlin
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Berlin (tour's) : - Tours`s-Autor Lars Franke hat 50 Naturdenkmale in Brandenburg und Berlin besucht. Sein neues Buch zeigt eine weitgehend unbekannte Seite unseres Landstrichs.

„50 sagenhagenhafte Naturdenkmale“ ist ein Buch voller Überraschungen. Gewissermaßen ein Reiseführer der besonderen Art. Nun kennen zwar die meisten Köpenicker den Teufelssee, dieses Moor, das nach der letzten Eiszeit entstanden ist, aber den Wert dieses „grünen Rohdiamantens“ wissen die wenigsten zu schätzen. Je weiter entfernt man wohnt, desto geringer werden die Kenntnisse um dieses Ur-Köpenicker Moor. Das gilt übrigens noch mehr für Moore im Westteil der Stadt. Für das Tegeler Fließ, in dem sich inzwischen wieder Biber angesiedelt haben. Touristen aus dem In- und Ausland sind völlig überrascht, wenn sie von solchen grüne Oasen erfahren. Sie wollen es kaum glauben: Sümpfe nur einige S-Bahn-Kilometer vom Alexanderplatz oder vom Kurfürstendamm entfernt!

Gut zwei Jahre lang war der Autor zwischen der Prignitz und der Schwarzen Elster unterwegs, hat sich in Bibliotheken und Archiven umgesehen, hat Interviews mit Naturschützern und Anwohnern geführt. Entstanden ist ein Buch von reichlich 150 Seiten. Was diesen Reiseführer von ähnlichen Veröffentlichungen unterscheidet, wird schnell klar. Franke beschreibt nicht nur Naturdenkmale, sondern erzählt Geschichten über Quellen und Findlinge, über Sümpfe und Schluchten, über Blumenwiesen und Baumriesen. Der Leser wird nach der Lektüre feststellen, dass der Vergleich mit einer „Streusandbüchse“ nur eine Seite der Mark Brandenburg erfasst.

Denn wem ist schon bekannt, daß das Land mit dem Rhin über einen Fluß mit Wildwasser-Qualitäten verfügt? Oder wer kennt den einzigen natürlichen Kletterfelsen, den Rothstein bei Bad Liebenwerda?

Dagegen sang schon der Wander-Pionier Theodor Fontane ein Hohelied über die Reize der Schluchten in der Nähe von Bad Freienwalde. Und dank einer Ballade des Apotheker-Sohnes aus Neuruppin ist der Birnbaum von Ribbeck im Havelland deutschlandweit bekannt. Um zahlreiche Bäume und Findlinge rankt sich gleich ein ganzes Geflecht von Sagen und Legenden.

Um die „Dicke Marie“ in Berlin-Tegel, um die „Florentinen-Eiche“ bei Straupitz im Spreewald, um die umgestürzte Fouque-Eiche in Nennhausen. Ein Stück Agrar-Geschichte aus der Zeit des Alten Fritz erzählt die Maulbeerbaum-Allee in Zernikow bei Rheinsberg. Ebenso bundesweit einmalig sind die Oder-Hänge mit den Adonisröschen. Dagegen behandelt der Autor den Spreewald eher stiefmütterlich. Auch die Schorfheide und der Nationalpark Unteres Odertal hätten mehr Platz verdient. Der Anspruch des Autors, Geschichten zu erzählen, geht nicht in jedem Fall voll und ganz auf. Offenbar weil es zu manchen wichtigen und optisch reizvollen Naturdenkmalen keine Geschichten gibt.

Dieses Buch ist wieder als Oma-Opa-Enkel-Buch gedacht. Das heißt: Die Großeltern - möglicherweise auch die Eltern - lesen die Geschichten und erzählen dann den Enkeln, was sie bei einem Ausflug vor Ort und Stelle erwartet. Alle Objekte sind mit Tages- oder Tagesausflügen zu erreichen. Und noch etwas fällt auf: Dem Autor kam es offenbar darauf an, zu unterhalten und nicht zu belehren.

Lars Franke
50 sagenhafte Naturdenkmale in Berlin und Brandenburg
150 Seiten , 14,95 Euro
Steffen Verlag Berlin 2015
ISBN 978-3-95799-011-2



 

 


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