26.09.2017
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07.06.2016

Erstes Wildnisgebiet ist die „Königsbrücker Heide“

BerlinImpressionen
Bild: NP Schwarzwald
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Berlin/NP Schwarzwald (tour's / PI) :

Deutschlands erstes Wildnisgebiet in den Nationalen Naturlandschaften, die Königsbrücker Heide, wurde am 2.6.2016 während des Festakts zum 25jährigen Bestehen von EUROPARC Deutschland am Rande des Nationalparks Schwarzwald ausgezeichnet. Im Rahmen der Veranstaltung sprachen auch Dr. Christiane Paulus, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und Franz Untersteller, neuer Naturschutzminister in Baden-Württemberg. Die Auszeichnung ist nicht nur ein symbolischer Akt. Mit der Aufnahme der Königsbrücker Heide in Sachsen als erstes Wildnisgebiet der Nationalen Naturlandschaften kommt EUROPARC Deutschland seiner Aufgabe nach, Naturschutz in Deutschland weiter zu entwickeln und zu unterstützen. „Wir freuen uns, dass wir nun im Dachverband der Nationalen Naturlandschaften neben den Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks eine neue Kategorie Wildnisgebiete vertreten dürfen“, sagte Karl Friedrich Sinner als Vorstand und Wildnisexperte.

Auch für den noch jungen Nationalpark Schwarzwald ist diese neue Kategorie ein Schritt in die richtige Richtung: „Unser Slogan ‚ Eine Spur wilder‘ nimmt es schon vorweg: Natur, Natur sein lassen ist keine Reise zurück in die Vergangenheit, sondern eintauchen in eine andere Welt, also eine Reise in die Zukunft mit vielen Chancen. Wir sind in Deutschland auf dem Weg, wieder mehr Wildnis zuzulassen. Das setzt der Nationalpark Schwarzwald in seinen Kernzonen bereits um“, berichtete Dr. Waldenspuhl, Leiter des Nationalparks Schwarzwald. Er ist sich sicher: „Große, nicht zerschnitte Wildnisgebiete als Nationale Naturlandschaft zu etablieren, wird das Netz der Nationalen Naturlandschaften in Deutschland stärken und die Zusammenarbeit zwischen den Gebieten deutlich erleichtern.“ Wildnis steht auch im politischen und gesellschaftlichen Fokus. Der baden-württembergische Naturschutzminister Franz Untersteller betonte: „Großschutzgebiete sind wichtig zum Erhalt der biologischen Vielfalt und auch der Mensch benötigt zum Überleben eine intakte Natur. Hierzu bedarf es Bereiche, die nicht direkt von Menschenhand beeinflusst werden, sondern weitestgehend sich selbst überlassen sind.“ Daher solle sich die Natur im Nationalpark Schwarzwald in einem Großteil der Fläche frei nach ihren eigenen Gesetzen und Zufällen entwickeln, ohne dass der Mensch in die Prozesse eingreife, so der Minister weiter.

Die Forderung nach mehr Wildnis und ungestörter Naturentwicklung in Deutschland ist schon seit langem ein wichtiges Anliegen der großen Naturschutzverbände und von EUROPARC Deutschland. Als Dachverband der Nationalen Naturlandschaften unterstützt EUROPARC Deutschland mit der Entwicklung der vierten Schutzgebietskategorie den Anspruch der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 auf mindestens 2 % der Landesfläche in Deutschland die Natur wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln können.

Und damit nicht genug. Zum 25-jährigen Bestehen des Verbandes zieht der Vorstandsvorsitzendes ein positives Resümee: „Als Dachverband sind wir bundesweit für die Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate aktiv und in ein europäisches Netzwerk eingebunden. Mit zahlreichen innovativen Programmen und Projekten leistet EUROPARC Deutschland e. V. seit 1991 eine kompetente Vereinsarbeit. Wir stehen für Verlässlichkeit und Qualität und wurden für unsere Aktivitäten mehrfach ausgezeichnet. Mit unserer Verbandsarbeit verfolgen wir parteiübergreifende und gemeinnützige Ziele“, so Guido Puhlmann.

 

 


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